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Abstracts von Modellprojekten 2007 - 2010

Kompetenzverbund Konservierung

Projekttitel:

Verluste nach Freilegung archäologischer Stätten


Projektleitung:

Prof. Dr. U. Hassler
ETHZ, IDB Institut für Denkmalpflege und Bauforschung
Wolfgang-Pauli-Strasse 27
8093 Zürich
Tel.: +41 44 632 22 84
E-Mail: Hassler@arch.ethz.ch


Kooperationspartner:
Projektbeschrieb / Abstract:

Ursache für den fortschreitenden Verlust archäologischer Objekte ist die mit derzeitigen Finanzmitteln, Methoden und konservatorischen Techniken unbeherrschbare Zahl weltweit offen liegender Stätten, aber auch die exponentiell zunehmende Menge an Fundmaterial, die selbst in der Schweiz - insbesondere in Zusammenhang mit Notgrabungen - ein Problem ist. Während in den meisten Fällen aus rechtlichen oder wirtschaftlichen Gründen der Erhalt der Stätten derzeit kaum möglich ist, zeichnet sich ab, dass durch effizientere Fundkonservierung ein grösserer Anteil der Bodenfunde erhalten werden kann. Mit der kantonalen Denkmalpflege Bern wurde eine Arbeit zum Thema "Verluste nach Ausgrabung - Konservierung und Dokumentation im Spannungsfeld zwischen Substanzerhalt und Erkenntnisgewinn" initiiert, die exemplarisch Fundkomplexe in der Schweiz und ausgewählte Grabungsstätten im Ausland erfassen und auswerten soll.
Im Rahmen des Projekts wurden die Geschichte prominenter Grabungsplätze und deren spezifische Konservierungsprobleme erarbeitet. Aehnliche Themen wurden in einem parallel geführten Seminar an der Universität Zürich behandelt. Im Fokus stehen die operativen Optionen der Konservierung, zum anderen ideologische und rechtliche Grundlagen und ihre (zum Teil problematischen) Auswirkungen auf den archäologischen Bestand (beispielsweise zu den Folgen der seit der Charta von Venedig stets fortgeschriebenen Grundforderung nach Verzicht auf Rekonstruktionen, die zugunsten der Anastylose unweigerlich zu Substanzverlusten führt).
In Kontakten mit archäologischen Ämtern der Schweiz und Schweizer Forschungsinstitutionen werden geeignete Grabungsplätze evaluiert, an deren Beispiel die Risiken längerfristiger Offenhaltung archäologischer Plätze deutlich werden. Exemplarisch wird altes Dokumentationsmaterial (Pläne, Photographien) von Ausgrabungen mit neuen Aufnahmen abgeglichen. Es ergibt sich ein Verlust an Mauersubstanz, Oberflächen und Bodenbelägen von bis zu 30% innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten. Insgesamt zeigt sich als Problematik, dass archäologisch tätige Institutionen die Offenhaltung der Plätze trotz der Erkenntnis langfristiger konservatorischer Probleme noch immer verfolgen. Auch in der Schweiz sind Interessen touristischer Art oftmals den Abwägungen des Konservierens im Wege. Grosse Verluste entstehen aber bereits durch Entscheide für Bebauungen und entsprechende Notgrabungen. Die für das Modellprojekt "Methoden eines Ad-hoc-Inventars" mitentwickelte räumliche Dokumentationsmethode soll ggf. an Schweizer archäologischen Plätzen eingesetzt werden. Beratungen für konservatorische Massnahmen an Plätzen werden weitergeführt (ggf. Projekte mit den Archäologen der Universität Zürich, z.B. Eretria, Monte Iato für Konzepte betreffend effizientere Dokumentationen und konservatorische Arbeiten).


Links:

http://www.idb.arch.ethz.ch/index.php?article_id=223&clang=0


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Abstracts von Modellprojekten, die durch die Stiftung unterstützt werden


ENERGIE UND BAUDENKMAL


UMGANG MIT SCHUETZENSWERTEN BAUTEN DER 1950er-1970er JAHRE


BAULICHE VERDICHTUNG UND DENKMALPFLEGE


NATURWISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE IN DER DENKMALPFLEGE


Abstracts von Modellprojekten 2007 - 2010


Kompetenzverbund Konservierung


Projektergebnisse / Schlussberichte von Modellprojekten


Bildgebende Ramanmikroskopie als Schlüssel zur Herstellungstechnologie von Roman- und Portlandzementen des 19. Jahrhunderts: HKB, Hochschule der Künste, Bern


Centre Le Corbusier - Beiträge zum Instandsetzungskonzept: ETHZ/IDB


Patrimoine moderne, économie, énergie. Stratégies d'intervention pour les grands ensembles 1945 - 1975: EPFL/ENAC, Lausanne


Kriterien und Strategien zur Verdichtung von Siedlungsstrukturen der Nachkriegszeit: ZHAW/Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften - Institut Urban Landscape


Interdisziplinäre Studien der historischen Malschichten des Basler Münsters: SNM/Schweizerisches Nationalmuseum


Historische Holzverbindungen - Untersuchung des Trag- und Lastverformungsverhaltens von historischen Vollholzverbindungen und Erstellung eines Leitfadens für die Baupraxis: BFH/Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


Bauliche Verdichtung und Denkmalpflege - Städtische Verdichtung und Energieverhalten bestehender Gebäude: SUPSI - University of Applied Sciences & Arts of Southern Switzerland


Die Gipse des 19. Jahrhunderts: IDB/ETHZ - Institut für Denkmalpflege und Bauforschung


Wasseraufnahmekoeffizienten historischer Aussenputze: Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


MikroMass - Mikroinvasive Massnahmen zum verdichteten Umbau von Wohnbauten und -siedlungen: Hochschule Luzern - Technik & Architektur


Reproduktion von Bauten und Gebrauchsgegenständen durch 3D Aufnahmen und Rapid Prototyping: Berner Fachhochschule BFH, Architektur, Holz & Bau


4D-Dokumentation - Erschliessung von Untersuchungsergebnissen anhand virtueller 3D-Modelle und Visualisierung von historischen Zuständen unzugänglicher Bereiche für Wissenschaft und museale Vermittlung am Bsp. Ulrichskapelle Müstair: Hochschule der Künste, HKB/BFH, Bern


Leitfaden Fliessendes Grün: HSR, Hochschule Rapperswil. "Pflege und Wiederbepflanzung von Grünflächen des Organischen Städtebaus 1940 - 1970", HSR, Hochschule Rapperswil


Strategien im Bereich Energie und Baudenkmal für Denkmalpflegefachstellen: Konferenz der Schweizerischen Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger, KSD


Energetische und schalltechnische Sanierung von Wohngebäuden der 1950er bis 1970er Jahre: Berner Fachhochschule; Architektur, Holz & Bau


Seismic behaviour of existing reinforced concrete buildings with thin walls: EPFL/EESD, Lausanne


Energetische Sanierung historisch wertvoller Fenster: Fachhochschule Bern, Architektur, Holz & Bau


Optimierung energetischer Massnahmen an Gebäuden von historisch-architektonischem Wert - EnBau: Fachhochschule italienische Schweiz, SUPSI


REHAB, Rénovation et réhabilitation des bâtiments d'habitation du XIX et XX siècles: EPFL Lausanne, ENAC


Risikobasiertes Vorgehen bei der energetischen und klimaschutz-bedingten Verbesserung von hochwertigen Denkmalobjekten": ETH Zürich


Schutzverglasungen historischer Glasmalereien und Kunstverglasungen im Spannungsfeld von Denkmalpflege und energetischer Verbesserung von Baudenkmälern: Vitrocentre Romont; Schweizerischer Fachverband Glasmalerei; EMPA


Erneuerung von Innen - Eine integrale Massnahme zur Verbesserung des Energiehaushaltes von Baudenkmälern: Hochschule Luzern, Kompetenzzentrum Material, Struktur und Energie in Architektur


Materialien und Bauprodukte der Schweizer Architektur der Nachkriegszeit: ETHZ/IDB



Weitere Berichte zu denkmalpflegerischen Fragestellungen:

Link: http://www.idb.arch.ethz.ch/23-0-beratung-und-information.html