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Abstracts von Modellprojekten, die durch die Stiftung unterstützt werden

UMGANG MIT SCHUETZENSWERTEN BAUTEN DER 1950er-1970er JAHRE

Projekttitel:

Energetische und schalltechnische Sanierung von Wohngebäuden der 1950er bis 1970er Jahre


Projektleitung:

Prof. Dr. Christoph Geyer
Berner Fachhochschule; Architektur, Holz & Bau
Solothurnstrasse 102
Postfach
2500 Biel 6
Tel.: + 41 32 344 03 48
E-Mail: christoph.geyer@bfh.ch



Projektbeschrieb / Abstract:

Die Werte des jungen Kulturerbes, vor allem die der zeitlich nahen Bauten der 1950er bis 1970er Jahre, werden weder in der Gesellschaft noch in Teilen der Fachwelt ausreichend erkannt und geschätzt. Das schlechte Image der Gebäude führt dazu, dass es oft kein sorgfältig ausgearbeitetes Sanierungskonzept im Sinne einer Substanzerhaltung gibt. Dies führt zu unwiderruflichen Verlusten. Um dieser Tatsache vorzubeugen, müssen Grundsätze für einen angemessenen Umgang mit der Architektur der Moderne geschaffen werden.

Knapp 42 % der Wohnbauten in der Schweiz stammen aus der Bauperiode 1946 - 1980 (Bau- und Wohnungswesen Panorama, Bundesamt für Statistik, Februar 2012). Die meisten Gebäude weisen einen aus heutiger Sicht ungenügenden Schall- und Wärmeschutz-standard auf und müssen in den nächsten Jahren saniert werden. Daher ist es wichtig, dass Baufachleute (Planer und Ausführende) auf fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse im Umgang mit Umbauten und Sanierungen von Wohnbauten der Nachkriegszeit zurückgreifen können.

Aufgrund des geringen Schallschutzniveaus in Bestandsgebäuden der 1950er bis 1970er Jahre kommt es häufig zu Beschwerden der Nutzer. Da gleichzeitig der Anspruch der heutigen Wohnungsnutzer an den Schallschutz eines Gebäudes steigt, können nur Wohngebäude mit einem entsprechend hochwertigen Schallschutz dauerhaft gewinnbringend vermarktet werden. Damit die Sanierungsmassnahmen mit wirtschaftlichem Aufwand durchgeführt werden können, ist eine genaue Bestandsaufnahme des Schallschutzes der Gebäude als Grundlage für das weitere Vorgehen erforderlich. Die vorhandenen Berechnungs- und Planungsmethoden des Schallschutzes von Gebäuden wurden vor allem für Neubauten entwickelt und angewandt. Durch die Erfassung der Eigenschaften der Bauteilkonstruktionen bestehender Gebäude werden vorhandene Wissenslücken geschlossen.

Die Bauten der 1950er bis 1970er Jahre weisen drüber hinaus einen aus heutiger Sicht ungenügenden Wärmeschutz auf. Eine energetische Sanierung ist in Zeiten wachsender ökologischer Verantwortung und steigender Energiepreise unbedingt notwendig. Ein angepasstes energetisches Sanierungskonzept der Gebäudehülle unter Berücksichtigung des ursprünglichen Erscheinungsbildes sowie des Erhalts der Gebäudesubstanz wird dabei angestrebt. Die energetische Sanierung sowie die Verbesserung des Schallschutzes von Wohngebäuden sind wichtige Aufgaben einer Sanierung, um die Werterhaltung einer Immobilie dauerhaft sicherzustellen. Dies gilt besonders für mehrgeschossige Wohnbauten.

Ziel des eingereichten Projektes ist es, in Zusammenarbeit mit Wohnungsgesellschaften und der örtlichen Denkmalschutzbehörde drei Wohngebäude aus den 1950er bis 1970er Jahren im Raum Biel zu ermitteln und zu dokumentieren. Im Fokus steht dabei das Verständnis der architektonischen Konzepte sowie die Erfassung typischer Gebäudestrukturen und Bauteilaufbauten der Zeit. Für ein repräsentatives Objekt wird im Anschluss daran ein beispielhaftes Konzept zur energetischen und schallschutztechnischen Sanierung des Gebäudes unter Berücksichtigung der Grundsätze der Denkmalpflege entwickelt. Durch eine detaillierte Bestandsanalyse werden der Wärme-- und der Schallschutzstandard ermittelt. Anschliessend wird ein Sanierungskonzept unter Berücksichtigung der historischen Bausubstanz entwickelt. Das Niveau des Schall- und Wärmeschutzes des sanierten Gebäudes soll soweit möglich an den heutigen Stand der Technik angenähert werden. Die Sanierungslösungen werden in einem Planungshandbuch dokumentiert, sodass diese bei Gebäuden gleicher Bauart ebenfalls umgesetzt werden können. Das Planungshandbuch vermittelt das erforderliche Wissen an Architekten, Planer und Ausführende und versetzt diese in die Lage, Objekte der genannten Bauepoche mit minimalen Engriffen in die Bausubstanz optimal zu sanieren.


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Abstracts von Modellprojekten, die durch die Stiftung unterstützt werden


ENERGIE UND BAUDENKMAL


UMGANG MIT SCHUETZENSWERTEN BAUTEN DER 1950er-1970er JAHRE


BAULICHE VERDICHTUNG UND DENKMALPFLEGE


NATURWISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE IN DER DENKMALPFLEGE


Abstracts von Modellprojekten 2007 - 2010


Kompetenzverbund Konservierung


Projektergebnisse / Schlussberichte von Modellprojekten


Bildgebende Ramanmikroskopie als Schlüssel zur Herstellungstechnologie von Roman- und Portlandzementen des 19. Jahrhunderts: HKB, Hochschule der Künste, Bern


Centre Le Corbusier - Beiträge zum Instandsetzungskonzept: ETHZ/IDB


Patrimoine moderne, économie, énergie. Stratégies d'intervention pour les grands ensembles 1945 - 1975: EPFL/ENAC, Lausanne


Kriterien und Strategien zur Verdichtung von Siedlungsstrukturen der Nachkriegszeit: ZHAW/Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften - Institut Urban Landscape


Interdisziplinäre Studien der historischen Malschichten des Basler Münsters: SNM/Schweizerisches Nationalmuseum


Historische Holzverbindungen - Untersuchung des Trag- und Lastverformungsverhaltens von historischen Vollholzverbindungen und Erstellung eines Leitfadens für die Baupraxis: BFH/Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


Bauliche Verdichtung und Denkmalpflege - Städtische Verdichtung und Energieverhalten bestehender Gebäude: SUPSI - University of Applied Sciences & Arts of Southern Switzerland


Die Gipse des 19. Jahrhunderts: IDB/ETHZ - Institut für Denkmalpflege und Bauforschung


Wasseraufnahmekoeffizienten historischer Aussenputze: Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


MikroMass - Mikroinvasive Massnahmen zum verdichteten Umbau von Wohnbauten und -siedlungen: Hochschule Luzern - Technik & Architektur


Reproduktion von Bauten und Gebrauchsgegenständen durch 3D Aufnahmen und Rapid Prototyping: Berner Fachhochschule BFH, Architektur, Holz & Bau


4D-Dokumentation - Erschliessung von Untersuchungsergebnissen anhand virtueller 3D-Modelle und Visualisierung von historischen Zuständen unzugänglicher Bereiche für Wissenschaft und museale Vermittlung am Bsp. Ulrichskapelle Müstair: Hochschule der Künste, HKB/BFH, Bern


Leitfaden Fliessendes Grün: HSR, Hochschule Rapperswil. "Pflege und Wiederbepflanzung von Grünflächen des Organischen Städtebaus 1940 - 1970", HSR, Hochschule Rapperswil


Strategien im Bereich Energie und Baudenkmal für Denkmalpflegefachstellen: Konferenz der Schweizerischen Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger, KSD


Energetische und schalltechnische Sanierung von Wohngebäuden der 1950er bis 1970er Jahre: Berner Fachhochschule; Architektur, Holz & Bau


Seismic behaviour of existing reinforced concrete buildings with thin walls: EPFL/EESD, Lausanne


Energetische Sanierung historisch wertvoller Fenster: Fachhochschule Bern, Architektur, Holz & Bau


Optimierung energetischer Massnahmen an Gebäuden von historisch-architektonischem Wert - EnBau: Fachhochschule italienische Schweiz, SUPSI


REHAB, Rénovation et réhabilitation des bâtiments d'habitation du XIX et XX siècles: EPFL Lausanne, ENAC


Risikobasiertes Vorgehen bei der energetischen und klimaschutz-bedingten Verbesserung von hochwertigen Denkmalobjekten": ETH Zürich


Schutzverglasungen historischer Glasmalereien und Kunstverglasungen im Spannungsfeld von Denkmalpflege und energetischer Verbesserung von Baudenkmälern: Vitrocentre Romont; Schweizerischer Fachverband Glasmalerei; EMPA


Erneuerung von Innen - Eine integrale Massnahme zur Verbesserung des Energiehaushaltes von Baudenkmälern: Hochschule Luzern, Kompetenzzentrum Material, Struktur und Energie in Architektur


Materialien und Bauprodukte der Schweizer Architektur der Nachkriegszeit: ETHZ/IDB



Weitere Berichte zu denkmalpflegerischen Fragestellungen:

Link: http://www.idb.arch.ethz.ch/23-0-beratung-und-information.html