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Abstracts von Modellprojekten, die durch die Stiftung unterstützt werden

NATURWISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE IN DER DENKMALPFLEGE

Projekttitel:

4D-Dokumentation - Erschliessung und Verortung von Untersuchungsergebnissen anhand virtueller 3D-Modelle sowie Visualisierung historischer Zustände.


Projektleitung:

Prof. Sebastian Dobrusskin und Sybille Woodford
Berner Fachhochschule (BFH)
Hochschule der Künste Bern (HKB)
Forschungsschwerpunkt
Materialität in Kunst und Kultur

Fellerstrasse 11 CH-3027 Bern

Tel.: +41 31 848 3887

E-Mail: sebastian.dobrusskin@hkb.bfh.ch
E-Mail: sybille.woodford@hkb.bfh.ch
E-Mail: http://www.hkb.bfh.ch/materialitaet


Mitarbeit:

Jürgen Enge (Staatl. Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe)
Fabian Hofmann
Tabea Lurk, HKB
Thomas Splett
Michael Wolf, Stiftung Müstair
Simon Berger, Stiftung Müstair


Projektpartner:

Stiftung Pro Kloster St. Johann in Müstair
Otto-Friedrich-Universität, Bamberg



Abstract:

Diese Machbarkeitsstudie, die exemplarisch an einer Engelsstuckatur der Ulrichskapelle des Klosters St. Johann in Müstair durchgeführt wird, soll belegen, dass - basierend auf einem virtuellen 3D-Modell - zwei für die Denkmalpflege wichtige Anwendungen entwickelt werden können:


Einführung:

Historische Baudenkmäler sind oft über Jahrzehnte hinweg Gegenstand von Untersuchungen. Deren Ergebnisse fliessen zwar in Fachpublikationen ein, ihre Analysedaten werden hingegen lediglich archiviert und sind sowohl für die Wissenschaft als auch für denkmalpflegerische oder konservatorische Massnahmen schwer zugänglich. Hier setzt das vorliegende Forschungsprojekt an: Es entwickelt im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein Findmittel, mit dem die Analyseergebnisse im virtuellen, dreidimensionalen Raum verortet und auf diese Weise leichter zugänglich werden. Damit lässt sich insgesamt eine neue Qualität in der wissenschaftlichen Dokumentation erreichen, die der Interpretation von Baudenkmälern zugute kommt. Die Dokumentationsmethode wird anhand der Engelsstuckatur über dem Eingang der Westseite der Ulrichskapelle im Kloster St. Johann in Müstair entwickelt und erprobt. Besonderes Merkmal dieser Engelsfigur ist ihre materielle, technologisch und historisch gewachsene Diversität: An ihr finden sich in einigen Bereichen Farbfragmente, die Rückschlüsse auf die ursprüngliche Fassung zulassen. Die Hinterlegungen einerseits und die Übergangszonen zum Rippengewölbe, zum Eingangsbogen und zu den angrenzenden Wandmalereien andererseits bieten besondere kunsttechnologische Details und erlauben Aussagen über die historischen Fertigungstechniken.

Als zweite Nutzung soll das virtuelle 3D-Modell der Ulrichskapelle im Rahmen von Führungen einen virtuellen Besuch dieser unzugänglichen Kapelle gestatten und die bemerkenswerte historische Entwicklung des Gebäudeteils räumlich und visuell erfahrbar machen.

Methoden:

Die drei Kernziele - eine relativ hochauflösende Dokumentation (3D-Scanning), die Einbettung in ein Raummodell sowie die Verknüpfung mit Referenzinformationen (Analyseergebnisse) - sind eng miteinander verwoben: Detailreiche Streifenlichtscans werden in ein räumliches Modell der Ulrichskapelle integriert und die Befunde so verknüpft, dass sie sich später durch Anklicken direkt abrufen oder sich quasi "vor Ort" visuell überprüfen lassen. Es soll bewiesen werden, dass Analysedaten räumlich verknüpft und dreidimensional verortet werden können. Dieses Dokumentationssystem soll als innovatives Findmittel neben der erleichterten Zugänglichkeit auch verbesserte Nachvollziehbarkeit und neue Interpretationsmöglichkeiten eröffnen.

Zudem lassen sich aus diesen Daten verschiedene historische Zustände und Zusammenhänge virtuell rekonstruieren. Sie sollen, als quasi vierte Dimension, neben der räumlichen Darstellung auch die zeitliche Ebene für Wissenschaft und Publikum erfahrbar machen und dies ohne den Raum physisch betreten zu müssen.

Ergebnisse:

Die in diesem Projekt erarbeitete Prototypsoftware benötigt eine relativ grosse Rechenleistung, um das interaktive 3D-Modell darzustellen. Daher wird ein Film die Funktionalität der Prototyp-Applikation anschaulich illustrieren. Erklärtes Ziel ist es, diese Applikation universell einzusetzen und auf anderes Kulturgut zu übertragen. Dies soll in einem Folgeprojekt (KTI) realisiert werden. Hiermit will das Forschungsteam einen innovativen Beitrag für Denkmalpflege, Konservierung-Restaurierung und Archäologie leisten.


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Abstracts von Modellprojekten, die durch die Stiftung unterstützt werden


ENERGIE UND BAUDENKMAL


UMGANG MIT SCHUETZENSWERTEN BAUTEN DER 1950er-1970er JAHRE


BAULICHE VERDICHTUNG UND DENKMALPFLEGE


NATURWISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE IN DER DENKMALPFLEGE


Abstracts von Modellprojekten 2007 - 2010


Kompetenzverbund Konservierung


Projektergebnisse / Schlussberichte von Modellprojekten


Bildgebende Ramanmikroskopie als Schlüssel zur Herstellungstechnologie von Roman- und Portlandzementen des 19. Jahrhunderts: HKB, Hochschule der Künste, Bern


Centre Le Corbusier - Beiträge zum Instandsetzungskonzept: ETHZ/IDB


Patrimoine moderne, économie, énergie. Stratégies d'intervention pour les grands ensembles 1945 - 1975: EPFL/ENAC, Lausanne


Kriterien und Strategien zur Verdichtung von Siedlungsstrukturen der Nachkriegszeit: ZHAW/Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften - Institut Urban Landscape


Interdisziplinäre Studien der historischen Malschichten des Basler Münsters: SNM/Schweizerisches Nationalmuseum


Historische Holzverbindungen - Untersuchung des Trag- und Lastverformungsverhaltens von historischen Vollholzverbindungen und Erstellung eines Leitfadens für die Baupraxis: BFH/Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


Bauliche Verdichtung und Denkmalpflege - Städtische Verdichtung und Energieverhalten bestehender Gebäude: SUPSI - University of Applied Sciences & Arts of Southern Switzerland


Die Gipse des 19. Jahrhunderts: IDB/ETHZ - Institut für Denkmalpflege und Bauforschung


Wasseraufnahmekoeffizienten historischer Aussenputze: Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


MikroMass - Mikroinvasive Massnahmen zum verdichteten Umbau von Wohnbauten und -siedlungen: Hochschule Luzern - Technik & Architektur


Reproduktion von Bauten und Gebrauchsgegenständen durch 3D Aufnahmen und Rapid Prototyping: Berner Fachhochschule BFH, Architektur, Holz & Bau


4D-Dokumentation - Erschliessung von Untersuchungsergebnissen anhand virtueller 3D-Modelle und Visualisierung von historischen Zuständen unzugänglicher Bereiche für Wissenschaft und museale Vermittlung am Bsp. Ulrichskapelle Müstair: Hochschule der Künste, HKB/BFH, Bern


Leitfaden Fliessendes Grün: HSR, Hochschule Rapperswil. "Pflege und Wiederbepflanzung von Grünflächen des Organischen Städtebaus 1940 - 1970", HSR, Hochschule Rapperswil


Strategien im Bereich Energie und Baudenkmal für Denkmalpflegefachstellen: Konferenz der Schweizerischen Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger, KSD


Energetische und schalltechnische Sanierung von Wohngebäuden der 1950er bis 1970er Jahre: Berner Fachhochschule; Architektur, Holz & Bau


Seismic behaviour of existing reinforced concrete buildings with thin walls: EPFL/EESD, Lausanne


Energetische Sanierung historisch wertvoller Fenster: Fachhochschule Bern, Architektur, Holz & Bau


Optimierung energetischer Massnahmen an Gebäuden von historisch-architektonischem Wert - EnBau: Fachhochschule italienische Schweiz, SUPSI


REHAB, Rénovation et réhabilitation des bâtiments d'habitation du XIX et XX siècles: EPFL Lausanne, ENAC


Risikobasiertes Vorgehen bei der energetischen und klimaschutz-bedingten Verbesserung von hochwertigen Denkmalobjekten": ETH Zürich


Schutzverglasungen historischer Glasmalereien und Kunstverglasungen im Spannungsfeld von Denkmalpflege und energetischer Verbesserung von Baudenkmälern: Vitrocentre Romont; Schweizerischer Fachverband Glasmalerei; EMPA


Erneuerung von Innen - Eine integrale Massnahme zur Verbesserung des Energiehaushaltes von Baudenkmälern: Hochschule Luzern, Kompetenzzentrum Material, Struktur und Energie in Architektur


Materialien und Bauprodukte der Schweizer Architektur der Nachkriegszeit: ETHZ/IDB



Weitere Berichte zu denkmalpflegerischen Fragestellungen:

Link: http://www.idb.arch.ethz.ch/23-0-beratung-und-information.html