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Abstracts von Modellprojekten, die durch die Stiftung unterstützt werden

ENERGIE UND BAUDENKMAL

Projekttitel:

Schutzverglasungen historischer Glasmalereien und Kunstverglasungen im Spannungsfeld von Denkmalpflege und energetischer Verbesserung von Baudenkmälern


Projektleitung:

Dr. phil. Stefan Trümpler
Vitrocentre Romont
Swiss Research Centre for Stained Glass and Glass Art
Au Château / Case postale 225
CH - 1680 Romont
Tel. +41 26 652 18 34
E-Mail: truempler.vitrail@bluewin.ch


Projektpartner:
Projektbeschrieb / Abstract:

Das Thema "Energie und Baudenkmal" ist eng mit der energetischen Sanierung von Kirchenbauten verknüpft: Im Zuge der "Aufrüstung" des Gebäudebestands und unter Spardruck streben zunehmend auch Kirchgemeinden einen wirtschaftlicheren und ökologischeren Betrieb ihrer Bauten an. Verständlicherweise nimmt man dabei in der Regel an, dass unter den verschiedenen Möglichkeiten der Verbesserung der Energieeffizienz die Fensterflächen bedeutende Faktoren darstellen. Historische Kirchenfenster werden dabei sehr oft zu zentralen Objekten bei der Abwägung denkmalpflegerischer und energetischer Gesichtspunkte, da zusätzliche Verglasungselemente neben Wärmedämmung auch den Schutz der Werke vor Umwelteinflüssen und konservatorische Aufgaben übernehmen sollen.

Die Brisanz des Problems ist in der Denkmalpflege bekannt. Im Hinblick auf die steigende Zahl energetischer Ertüchtigungen historischer Bauten und steigender Verlustrisiken sucht man seit einiger Zeit nach Lösungen und neuen Ansätzen für einen Substanz schonenden und denkmalpflegerisch korrekten Umgang mit bestehenden Fenstern; vor allem im Bereich von Kirchenverglasungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts fehlen jedoch Lösungen, die den verschiedenen Ansprüchen (Substanzerhalt, Energie und Umwelt, Nutzung, Brandschutz, etc.) gerecht werden würden. Dabei stellen gerade diese den weitaus grössten Teil der Objekte dar, die seit einigen Jahren in der täglichen Praxis zur Bearbeitung kommen, sei es in zeitgleichen oder in älteren Bauwerken. Die denkmalpflegerische Ausgangslage hat sich dadurch grundlegend geändert - nicht zuletzt dadurch, dass Glasmalereien und Kunstverglasungen dieses Zeitraums wieder ein unzweifelhafter Wert beigemessen wird. Die neueren Werke erfordern, da sie meist in anderen Nutzungszusammenhängen stehen als etwa mittelalterliche Kathedralen oder Klosterkirchen, oft eine andere Betrachtungsweise und bieten auch andere, differenzierte Möglichkeiten des Umgangs.

Die Abwägungen und Berechnungen, die der Beurteilung und Wahl der Massnahmen vorausgehen, sind komplex und verlangen klare, auf die Spezifität des Baus und der Ausstattung (insbesondere der Fensterflächen und Glasmalereien) ausgerichtete Vorgaben und eine Priorisierung der angestrebten Ziele. Hauptanliegen des Projektes ist es daher, unter Berücksichtigung energetischer Gesichtspunkte neue Grundlagen zur Beurteilung technologischer Einzelfragen und Kriterien zur übergreifenden denkmalpflegerischen Bewertung zu entwickeln. Im offenen Eingehen auf aktuelle und zukünftige energetische Anforderungen sollen neue bautechnologische und konservierungstechnische Lösungsansätze für einen umfassenden Schutz und ein langfristiges Objektmanagement aufgezeigt werden.

Grundlage des Projekts bilden Untersuchungen an ausgewählten Kirchenobjekten. Vorgesehen ist die Charakterisierung und Dokumentation des Zustands der Glasmalereien, der Rahmenelemente und Schutzverglasungen, die Ermittlung der korrosiven Belastung und die Beurteilung der thermischen und hygrischen Auswirkungen bestehender Verglasungen auf die historischen Glasmalereien und auf die Bauhülle. Im Zentrum der Untersuchungen stehen aber auch übergeordnete Fragen: Werden über solche Schutzverglasungen wesentliche energetische Verbesserungen erreicht? Wie können Kosten und Nutzen und die Verhältnismässigkeit geplanter Massnahmen eingeschätzt oder berechnet werden? Welche Bedeutung ist in den Gesamtbilanzen den Folgekosten zuzumessen, zum Beispiel im Hinblick auf Lebensdauer und Garantie von Isolierverglasungen?

Die ermittelten Beurteilungskriterien zu Verglasungstypen sollen an Modellbeispielen getestet werden. Dabei sollen unterschiedliche Lösungsansätze überprüft und verschiedene Faktoren (Konservierung der Glasmalereien, Erhaltung und Erscheinungsbild der Baudenkmäler, Energiehaushalt, Kosten und Nutzen, Langzeitperspektiven) gegeneinander abgewogen werden. Konkret soll es bei den Untersuchungen auch um eine Analyse der Verlustrisiken und Vermeidung konservatorischer, denkmalpflegerischer und bauphysikalischer Fehlentscheidungen gehen. Die Ergebnisse sind in Form von Leitsätzen und Beurteilungsgrundlagen für die unmittelbare Umsetzung in die Praxis gedacht.


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Abstracts von Modellprojekten, die durch die Stiftung unterstützt werden


ENERGIE UND BAUDENKMAL


UMGANG MIT SCHUETZENSWERTEN BAUTEN DER 1950er-1970er JAHRE


BAULICHE VERDICHTUNG UND DENKMALPFLEGE


NATURWISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE IN DER DENKMALPFLEGE


Abstracts von Modellprojekten 2007 - 2010


Kompetenzverbund Konservierung


Projektergebnisse / Schlussberichte von Modellprojekten


Bildgebende Ramanmikroskopie als Schlüssel zur Herstellungstechnologie von Roman- und Portlandzementen des 19. Jahrhunderts: HKB, Hochschule der Künste, Bern


Centre Le Corbusier - Beiträge zum Instandsetzungskonzept: ETHZ/IDB


Patrimoine moderne, économie, énergie. Stratégies d'intervention pour les grands ensembles 1945 - 1975: EPFL/ENAC, Lausanne


Kriterien und Strategien zur Verdichtung von Siedlungsstrukturen der Nachkriegszeit: ZHAW/Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften - Institut Urban Landscape


Interdisziplinäre Studien der historischen Malschichten des Basler Münsters: SNM/Schweizerisches Nationalmuseum


Historische Holzverbindungen - Untersuchung des Trag- und Lastverformungsverhaltens von historischen Vollholzverbindungen und Erstellung eines Leitfadens für die Baupraxis: BFH/Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


Bauliche Verdichtung und Denkmalpflege - Städtische Verdichtung und Energieverhalten bestehender Gebäude: SUPSI - University of Applied Sciences & Arts of Southern Switzerland


Die Gipse des 19. Jahrhunderts: IDB/ETHZ - Institut für Denkmalpflege und Bauforschung


Wasseraufnahmekoeffizienten historischer Aussenputze: Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


MikroMass - Mikroinvasive Massnahmen zum verdichteten Umbau von Wohnbauten und -siedlungen: Hochschule Luzern - Technik & Architektur


Reproduktion von Bauten und Gebrauchsgegenständen durch 3D Aufnahmen und Rapid Prototyping: Berner Fachhochschule BFH, Architektur, Holz & Bau


4D-Dokumentation - Erschliessung von Untersuchungsergebnissen anhand virtueller 3D-Modelle und Visualisierung von historischen Zuständen unzugänglicher Bereiche für Wissenschaft und museale Vermittlung am Bsp. Ulrichskapelle Müstair: Hochschule der Künste, HKB/BFH, Bern


Leitfaden Fliessendes Grün: HSR, Hochschule Rapperswil. "Pflege und Wiederbepflanzung von Grünflächen des Organischen Städtebaus 1940 - 1970", HSR, Hochschule Rapperswil


Strategien im Bereich Energie und Baudenkmal für Denkmalpflegefachstellen: Konferenz der Schweizerischen Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger, KSD


Energetische und schalltechnische Sanierung von Wohngebäuden der 1950er bis 1970er Jahre: Berner Fachhochschule; Architektur, Holz & Bau


Seismic behaviour of existing reinforced concrete buildings with thin walls: EPFL/EESD, Lausanne


Energetische Sanierung historisch wertvoller Fenster: Fachhochschule Bern, Architektur, Holz & Bau


Optimierung energetischer Massnahmen an Gebäuden von historisch-architektonischem Wert - EnBau: Fachhochschule italienische Schweiz, SUPSI


REHAB, Rénovation et réhabilitation des bâtiments d'habitation du XIX et XX siècles: EPFL Lausanne, ENAC


Risikobasiertes Vorgehen bei der energetischen und klimaschutz-bedingten Verbesserung von hochwertigen Denkmalobjekten": ETH Zürich


Schutzverglasungen historischer Glasmalereien und Kunstverglasungen im Spannungsfeld von Denkmalpflege und energetischer Verbesserung von Baudenkmälern: Vitrocentre Romont; Schweizerischer Fachverband Glasmalerei; EMPA


Erneuerung von Innen - Eine integrale Massnahme zur Verbesserung des Energiehaushaltes von Baudenkmälern: Hochschule Luzern, Kompetenzzentrum Material, Struktur und Energie in Architektur


Materialien und Bauprodukte der Schweizer Architektur der Nachkriegszeit: ETHZ/IDB



Weitere Berichte zu denkmalpflegerischen Fragestellungen:

Link: http://www.idb.arch.ethz.ch/23-0-beratung-und-information.html