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Abstracts von Modellprojekten, die durch die Stiftung unterstützt werden

NATURWISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE IN DER DENKMALPFLEGE

Projekttitel:

Schallschutz und Luftdichtheit historischer Fenster


Projektleitung:

Prof. Dr. Christoph Geyer & Barbara Wehle
Berner Fachhochschule, Abt. Architektur, Holz & Bau
Solothurnstr. 102
CH-2500 Biel 6

E-Mail: christoph.geyer@bfh.ch / barbara.wehle@bfh.ch
Tel.: +41 32 344 02 54


Projektpartner::

Denkmalpflege Kanton Aargau
Fachstelle Denkmalpflege Stadt Biel
Holzmanufaktur Swiss AG, Hunzenschwil
André SA, Yens-sur-Morges
Vogel Fensterbauer AG, Goldach
Haupt AG, Holz- & Fensterbau, Ruswil


Abstract:

Fenster prägen als wesentliches Gestaltungsmerkmal entscheidend das äussere Erscheinungsbild historischer Gebäude. Als Spiegel der Vergangenheit und wegen ihres hohen kulturellen, künstlerischen und handwerklichen Wertes ist ihr Erhalt wichtig. Um moderne Schallschutz- und Wärmeschutzanforderungen zu erfüllen, werden historisch wertvolle Fenster jedoch häufig unüberlegt durch moderne Fenster ersetzt.

Aktuell werden viele historische Fenster wegen Schallschutzanforderungen ausgetauscht. So verlangt die geltende Lärmschutz-Verordnung von den Strasseneigentümern dort, wo die massgebenden Immissionsgrenzwerte überschritten sind, Lärmschutzmassnahmen, z.B. durch den Einbau von Schallschutzfenstern, durchzuführen. Die dafür nötige Frist wurde vom Bundesrat für Nationalstrassen auf 2015 und bei Kantons- und Gemeindestrassen auf 2018 festgelegt. Damit besteht für eine Vielzahl historisch wertvoller Fenstern das Risiko, dass sie ersetzt werden, um die Anforderungen zu erfüllen. Historische Fenster besitzen in der Regel keine Dichtungen zwischen Blend- und Flügelrahmen. Daher weisen diese, verglichen mit modernen Fensterkonstruktionen, eine deutlich höhere Fugendurchlässigkeit auf. Eine Folge davon sind vergleichsweise schlechte schalltechnische Eigenschaften. Darüber hinaus führen die undichten Fensterfugen zu hohen Lüftungswärmeverlusten sowie unangenehmen Zuglufterscheinungen. Durch den Einbau einer oder mehrerer Dichtungsebenen bei der Sanierung wird der Schallschutz des historischen Fensters verbessert und die Fugendurchlässigkeit reduziert. Zudem werden Lüftungswärmeverluste und Zuglufterscheinungen verringert. Andere Sanierungsmassnahmen, wie beispielsweise der Einbau einer Aufdoppelung oder einer schalldämmenden Verglasung verbessern ebenfalls die Schallschutzeigenschaften.

In Zusammenarbeit mit vier, auf die Sanierung denkmalgeschützter und historisch wertvoller Fenster spezialisierter Fensterbauunternehmungen, der Kantonalen Denkmalpflege Aargau sowie der Fachstelle Denkmalpflege der Stadt Biel wird das Schalldämmmass der am häufigsten vorkommenden historischen Fensterkonstruktionen Einfachfenster, Kastenfenster, Vorfenster und Verbundfenster an sechs historisch wertvollen Gebäuden vor und nach dem Einbau von Dichtungen vor Ort nach EN ISO 140-5 insitu gemessen. Zudem wird die Fugendurchlässigkeit der Fenster bestimmt. Anhand der Messergebnisse wird der Lüftungswärmeverlust über die Fenster vor und nach einer Sanierung ermittelt. Wenn möglich, wird auch die Luftdichtheit der jeweiligen Gebäude vor und nach Dichtungseinbau mit Hilfe von Luftdichtigkeitstests nach SN EN 13829 bestimmt. So wird der Einfluss des Dichtungseinbaus auf die Luftdichtheit der gesamten Gebäudehülle analysiert. Durch einen Vergleich der Messergebnisse vor und nach der Sanierung wird das Potenzial der Sanierungsmassnahme am historischen Fenster in Hinblick auf die Verbesserung der Schalldämmeigenschaften sowie Reduzierung der Lüftungswärmeverluste ermittelt. Am Beispiel eines Gebäudes wird das Energieeinsparpotenzial durch die Sanierung der Fenster mit anderen energetischen Sanierungsmöglichkeiten, wie z.B. Dämmmassnahmen verglichen. Dazu wird der Heizwärmebedarf des Gebäudes nach SIA 380 berechnet.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden in einem Forschungsbericht zusammengefasst und als Planungsleitfaden anschaulich aufbereitet. Dieser dient Vertretern der Denkmalpflege und Fensterbauunternehmungen als Grundlage, um das Potenzial der Sanierungsmassnahmen hinsichtlich der Verbesserung des Schallschutzes sowie der Reduzierung der Lüftungswärmeverluste aufzuzeigen und so für eine schonende Sanierung sowie den Erhalt historischer Fenster effektiver eintreten zu können.


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Abstracts von Modellprojekten, die durch die Stiftung unterstützt werden


ENERGIE UND BAUDENKMAL


UMGANG MIT SCHUETZENSWERTEN BAUTEN DER 1950er-1970er JAHRE


BAULICHE VERDICHTUNG UND DENKMALPFLEGE


NATURWISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE IN DER DENKMALPFLEGE


Abstracts von Modellprojekten 2007 - 2010


Kompetenzverbund Konservierung


Projektergebnisse / Schlussberichte von Modellprojekten


Bildgebende Ramanmikroskopie als Schlüssel zur Herstellungstechnologie von Roman- und Portlandzementen des 19. Jahrhunderts: HKB, Hochschule der Künste, Bern


Centre Le Corbusier - Beiträge zum Instandsetzungskonzept: ETHZ/IDB


Patrimoine moderne, économie, énergie. Stratégies d'intervention pour les grands ensembles 1945 - 1975: EPFL/ENAC, Lausanne


Kriterien und Strategien zur Verdichtung von Siedlungsstrukturen der Nachkriegszeit: ZHAW/Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften - Institut Urban Landscape


Interdisziplinäre Studien der historischen Malschichten des Basler Münsters: SNM/Schweizerisches Nationalmuseum


Historische Holzverbindungen - Untersuchung des Trag- und Lastverformungsverhaltens von historischen Vollholzverbindungen und Erstellung eines Leitfadens für die Baupraxis: BFH/Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


Bauliche Verdichtung und Denkmalpflege - Städtische Verdichtung und Energieverhalten bestehender Gebäude: SUPSI - University of Applied Sciences & Arts of Southern Switzerland


Die Gipse des 19. Jahrhunderts: IDB/ETHZ - Institut für Denkmalpflege und Bauforschung


Wasseraufnahmekoeffizienten historischer Aussenputze: Fachhochschule Bern - Architektur, Holz & Bau


MikroMass - Mikroinvasive Massnahmen zum verdichteten Umbau von Wohnbauten und -siedlungen: Hochschule Luzern - Technik & Architektur


Reproduktion von Bauten und Gebrauchsgegenständen durch 3D Aufnahmen und Rapid Prototyping: Berner Fachhochschule BFH, Architektur, Holz & Bau


4D-Dokumentation - Erschliessung von Untersuchungsergebnissen anhand virtueller 3D-Modelle und Visualisierung von historischen Zuständen unzugänglicher Bereiche für Wissenschaft und museale Vermittlung am Bsp. Ulrichskapelle Müstair: Hochschule der Künste, HKB/BFH, Bern


Leitfaden Fliessendes Grün: HSR, Hochschule Rapperswil. "Pflege und Wiederbepflanzung von Grünflächen des Organischen Städtebaus 1940 - 1970", HSR, Hochschule Rapperswil


Strategien im Bereich Energie und Baudenkmal für Denkmalpflegefachstellen: Konferenz der Schweizerischen Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger, KSD


Energetische und schalltechnische Sanierung von Wohngebäuden der 1950er bis 1970er Jahre: Berner Fachhochschule; Architektur, Holz & Bau


Seismic behaviour of existing reinforced concrete buildings with thin walls: EPFL/EESD, Lausanne


Energetische Sanierung historisch wertvoller Fenster: Fachhochschule Bern, Architektur, Holz & Bau


Optimierung energetischer Massnahmen an Gebäuden von historisch-architektonischem Wert - EnBau: Fachhochschule italienische Schweiz, SUPSI


REHAB, Rénovation et réhabilitation des bâtiments d'habitation du XIX et XX siècles: EPFL Lausanne, ENAC


Risikobasiertes Vorgehen bei der energetischen und klimaschutz-bedingten Verbesserung von hochwertigen Denkmalobjekten": ETH Zürich


Schutzverglasungen historischer Glasmalereien und Kunstverglasungen im Spannungsfeld von Denkmalpflege und energetischer Verbesserung von Baudenkmälern: Vitrocentre Romont; Schweizerischer Fachverband Glasmalerei; EMPA


Erneuerung von Innen - Eine integrale Massnahme zur Verbesserung des Energiehaushaltes von Baudenkmälern: Hochschule Luzern, Kompetenzzentrum Material, Struktur und Energie in Architektur


Materialien und Bauprodukte der Schweizer Architektur der Nachkriegszeit: ETHZ/IDB



Weitere Berichte zu denkmalpflegerischen Fragestellungen:

Link: http://www.idb.arch.ethz.ch/23-0-beratung-und-information.html